Home | Kontakt | Impressum

Strategien der Alliierten

Nach der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands verfügten die vier Siegermächte in ihren Besatzungszonen über eine umfassende Befehlsgewalt. Der Alliierte Kontrollrat legte am 20. November 1945 fest, wie viele Flüchtlinge jede Zone aufnehmen sollte.

Die Maßnahmen der Westalliierten und der Sowjetunion waren darauf ausgerichtet, die Vertreibung irreversibel zu machen. Eine Separierung und Ghettoisierung der Vertriebenen sollte unbedingt vermieden werden. Die Westalliierten verhängten zunächst ein Koalitionsverbot für die Vertriebenenorganisationen, die Sowjets verboten sie.

Unter dem Vorwand, an der Potsdamer Konferenz nicht teilgenommen zu haben, weigerte sich Frankreich lange, Flüchtlinge in seiner Zone aufzunehmen. Da es die demografische Stärke Deutschlands fürchtete, empfahl es den Vertriebenen die Auswanderung nach Übersee.

Die USA setzten in ihrer Politik der Reeducation früh auf demokratisch-rechtsstaatliche Selbständigkeit. Offiziell hielt sich die amerikanische Militäradministration aus der Flüchtlingsgesetzgebung und -betreuung heraus. Dennoch wiesen gezielte Interventionen den deutschen Behörden den Weg.

Typisch für die Briten war die Indirect Rule, eine im Empire bewährte Herrschaftsform, die auf lokale Verwaltungsstrukturen zurückgriff. Im besetzten Deutschland behielt man sich die Zuständigkeit für Flüchtlingsangelegenheiten jedoch lange Zeit vor.