Home | Kontakt | Impressum

Von der Ankunft zum Aufschwung

Die ersten Jahre nach der Ankunft waren bestimmt von Elend und Improvisation. Für die meisten Betroffenen begann der neue Lebensabschnitt im Durchgangs- oder Aufnahmelager. Die hier eintreffenden Menschen waren meist schwer traumatisiert durch den Verlust von Heimat, Angehörigen und Besitz, durch Gewalt, Erlebnisse vor und während der Flucht oder Vertreibung, gedemütigt durch sozialen Abstieg und eine herablassende bis feindselige Behandlung in der neuen Umgebung. Was blieb, war die Erleichterung, nicht mehr an Leib und Leben bedroht zu sein.

Auf das Lager, über Jahre der Aufenthaltsort für Hunderttausende, folgte häufig die Zwangseinquartierung in Wohnungen oder Häuser von Einheimischen. Diese standen den ungebetenen Gästen oft misstrauisch, ja feindselig gegenüber. 

Zu den Voraussetzungen für den rasanten Wiederaufbau Deutschlands und des lang anhaltenden Aufschwunges zählten Menschen, die bereit waren, zu geringen Löhnen und weit unter ihrer Qualifikation hart zu arbeiten. Dies galt für Vertriebene im besonders hohen Maße. Sie hatten wesentlichen Anteil am "Wirtschaftswunder". Umgekehrt profitierten die Vertriebenen vom Wirtschaftsaufschwung, wenn auch in geringerem Umfang als die alteingesessene Bevölkerung. Aber sie nutzten ganz überwiegend alle Möglichkeiten, nicht mehr von staatlicher Fürsorge abhängig zu bleiben und wirtschaftlich wieder auf eigenen Füßen zu stehen.