Home | Kontakt | Impressum

Die Ankunft 

Die Flüchtlinge und Vertriebenen hatten oft kaum mehr als die nackte Existenz, im besten Falle einige Koffer Fluchtgepäck gerettet. Sie kamen per Eisenbahn, mit Pferdefuhrwerken, zu Fuß oder bis Kriegsende per Schiff über die Ostsee. Die Regierung Dönitz zögerte die Kapitulation hinaus, um noch möglichst viele Flüchtlinge auf dem Seeweg zu evakuieren. 

Die Ankunft erfolgte in mehreren Wellen: Bis Kriegsende kamen die vor der Roten Armee oder vor Titos Partisanen aus Jugoslawien Geflohenen, unmittelbar danach die Opfer von "wilden" Vertreibungen vor allem durch Polen und Tschechen. Paradoxerweise setzte nach der Potsdamer Konferenz, auf der die endgültige Vertreibung der Deutschen aus Polen, der Tschechoslowakei und Ungarn verkündet worden war, zunächst ein Abebben der Vertreibungen ein. Die Deutschen wurden bis zu ihrer Abschiebung zu Zwangsarbeit herangezogen. Danach wurden sie in menschenunwürdiger, aber halbwegs geregelter Form über Sammellager, meist in Güterzügen, nach Deutschland transportiert. Die USA erreichten bei der tschechoslowakischen Regierung kleine Zugeständnisse beim Ablauf der Vertreibung. So konnten sich deutsche Behörden und karitative Organisationen 1946 und 1947 notdürftig auf den Ansturm vorbereiten. Die bayerischen Behörden etwa erhielten über die USA nur ungefähre Zahlen und kurzfristig Ankunftsdaten der Sudetendeutschen.