Home | Kontakt | Impressum

Der Lastenausgleich

Die Währungsreform 1948 führte bei Einheimischen und Vertriebenen zur Abwertung ihrer Bar- und Sparreserven. Die Vertriebenen hatten bereits vorher Grundbesitz, Hausrat sowie ihre berufliche und wirtschaftliche Existenz verloren. 

Eine erste wirtschaftliche Hilfestellung und Entlastung bot das Soforthilfegesetz vom 18. August 1949. Im Sinne eines Notprogramms bestimmten sich die Leistungen an den Grundbedürfnissen der Geschädigten und wurden vornehmlich nach sozialen Gesichtspunkten verteilt. Anträge konnten von Vertriebenen, Flüchtlingen aus der SBZ, Kriegs- und Währungsgeschädigten, Verfolgten des NS-Regimes und Spätheimkehrern gestellt werden.

Das Lastenausgleichsgesetz vom 1. September 1952 ist das Kerngesetz des Lastenausgleichs. Darin wurde festgelegt, dass bei dem Ausgleich von Lasten und der zu Eingliederung der Geschädigten notwendigen Hilfe die Grundsätze der sozialen Gerechtigkeit und die volkswirtschaftlichen Möglichkeiten zu berücksichtigen sind. Die Leistungen bedeuteten keinen Verzicht auf das zurückgelassene Vermögen. Die wichtigsten Ausgleichsleistungen waren Kriegsschadensrenten, Hauptentschädigungen, Hausratentschädigungen sowie Aufbaudarlehen für die Landwirtschaft und den Wohnungsbau. 

Der Lastenausgleich war eine herausragende Solidarleistung des gesamten deutschen Volkes. Er wurde aus Steuermitteln, aber auch aus Abgaben der Bundesbürger finanziert und schuf die materielle Grundlage für die Eingliederung von Millionen vertriebener und geflüchteter Menschen. Sein Solidargedanke hat den sozialen Frieden der jungen westdeutschen Demokratie wesentlich gefördert.