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"Umsiedler" in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ)

Aufgrund ihrer geographischen Lage waren in der SBZ die meisten Flüchtlinge und Vertriebenen gestrandet. Sie stellten 1945/46 fast ein Viertel der Gesamtbevölkerung. Die SBZ war sowohl Transit- als auch Aufnahmezone.

Die Sowjetische Militäradministration (SMAD) gründete bereits im September 1945 eine Zentralverwaltung für deutsche "Umsiedler". Dieser Terminus suggerierte, dass keine völkerrechtswidrigen Vertreibungen stattgefunden hatten, sondern ein zivilisierter Umzug mit dem Ziel, die Betroffenen dauerhaft anzusiedeln.

Durch frühe karitative Maßnahmen sollte den Neubürgern die Eingliederung erleichtert werden. Insbesondere bei der Zuteilung von Wohnraum ging die sowjetische Besatzungsmacht wesentlich rigoroser vor als die Westalliierten. Die Bodenreform von 1945/46 und das Neubauernprogramm von 1947 stellten erste Anstrengungen zur Umverteilung von Grund und Boden dar. Bereits im Herbst 1946 hatte die SMAD zudem eine einmalige finanzielle "Umsiedlerunterstützung" angeordnet. Während es einerseits diese frühen Hilfestellungen gab, wurden andererseits unliebsame Bezüge zur früheren Heimat streng geahndet. Mit der Anerkennung der Oder-Neiße-Linie als endgültige Westgrenze Polens durch das Görlitzer Abkommen vom 6. Juli 1950 konnten keine Rückkehrillusionen mehr gehegt werden.