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Flüchtlinge in Dänemark

Am Ende des Zweiten Weltkrieges flüchteten etwa eine Viertelmillion Deutsche aus den Ostgebieten nach Dänemark. Die erste Flüchtlingswelle erreichte das seit 1940 von deutschen Truppen besetzte Land bereits im Februar 1945. Nach der Ankunft wurden die Flüchtlinge zunächst in Wehrmachtslagern und Lazaretten untergebracht und notdürftig versorgt. Die deutschen Besatzungsbehörden beschlagnahmten außerdem öffentliche Gebäude wie Schulen und Hotels und funktionierten sie zu Flüchtlingsunterkünften um. Im Mai 1945 befanden sich etwa 230.000 deutsche Flüchtlinge auf dänischem Boden. Unter den Vertriebenen herrschte Mangelernährung, medizinische Unterversorgung und eine hohe Todesrate von Kindern. Die öffentliche Meinung war gespalten, die einen forderten die Unterstützung der Hilfsbedürftigen, die anderen kritisierten die Gutmütigkeit gegenüber den ehemaligen Besatzern. Das Ziel der dänischen Flüchtlingspolitik war, die "ungeladenen Gäste" loszuwerden.

Die Alliierten verboten jedoch ihre Aufnahme in Deutschland. Die dänischen Behörden internierten die Flüchtlinge in bewachten Lagern. Der Kontakt zur einheimischen Bevölkerung war streng untersagt. Stattdessen wurden die Flüchtlinge in der Pflege der deutschen Sprache und Kultur unterstützt. Diese Maßnahmen sollten ihr Einleben in Dänemark verhindern. Im Laufe des Jahres 1946 erlaubte zunächst die Britische Besatzungszone die Einreise, ab 1947 auch die anderen Zonen. Bis 1949 gab es über 460 Flüchtlingslager in Dänemark.