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Versorgung und Logistik

Die Besatzungsmächte begannen 1945 mit der Gründung von deutschen Ländern. Die Sowjets sahen sie als Verwaltungseinheiten, die Westalliierten auch als politische Einheiten eines föderalen Systems. Die Landesregierungen fungierten als oberste Instanz bei der Bewältigung des Flüchtlingsproblems. Innerhalb der Zonen wurden den einzelnen Ländern Quoten zugeteilt. So wurden am 17. Mai 1946 nach zähen Verhandlungen zwischen den Ländern Bayern 42 %, Hessen 31 % und Württemberg-Baden 27 % der für die US-Zone bestimmten Flüchtlinge zugewiesen. 

In allen Ländern wurden Flüchtlingsbehörden mit umfassenden Kompetenzen geschaffen, die in die Zuständigkeiten von Ministerien und in das Leben von Vertriebenen und Einheimischen eingriffen. Aufgrund des Kontrollratsgesetzes Nr. 18 konnten sie Wohnraum erfassen, beschlagnahmen und Flüchtlinge Privatleuten zwangsweise zuweisen. Aus gemeinsamer Küchen- oder WC-Nutzung ergaben sich Streitigkeiten der Parteien, die von lokalen Behörden geschlichtet werden mussten. Generell versuchten alle Verwaltungsebenen bis hin zu Landkreisen und Kommunen, möglichst wenige Flüchtlinge aufzunehmen. Auch die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln oblag den Behörden, doch war die Zeit bis 1948, in der Hunger ein ständiger Begleiter war, geprägt durch Mundraub, Schwarzhandel und andere Formen legaler und illegaler Selbstversorgung.