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Suche nach Lohn und Brot

Flüchtlinge und Vertriebene verstärkten in Westdeutschland bei Kriegsende und in den Jahren danach das Problem der Arbeitslosigkeit. Für die großen Städte erhielten sie keine Zuzugsgenehmigung. Eine Ausnahme bildete lediglich die gezielte Anwerbung von vertriebenen Bergleuten aus Oberschlesien und von jungen arbeitsfähigen Männern für den Bergbau des Ruhrgebiets.

Auf dem Land und in kleineren Städten, wo die Mehrzahl der Neuankömmlinge zunächst unterkam, fehlte es jedoch grundsätzlich an Arbeitsmöglichkeiten. Hier gab es für sie oft nur schlechtbezahlte Hilfsarbeiten oder Heimarbeit. Die Forderung ehemals selbständiger Bauern "Gebt uns Land" fand zumeist keine Unterstützung bei Behörden und alteingesessenen Landbesitzern, so dass nur wenige wieder einen Hof bewirtschaften konnten.

Bei der Vergabe regulärer Arbeitsstellen wurden in den ersten Jahren nach Kriegsende Einheimische bevorzugt. Schon bald richteten das Hilfswerk der Evangelischen Kirche und die katholische Caritas daher eigene Arbeitsvermittlungen für Flüchtlinge und Vertriebene ein. Fanden die Neuankömmlinge schließlich Arbeit, entsprach diese nur selten ihrer vorherigen Stellung und Ausbildung. Viele mussten einen gesellschaftlichen Abstieg hinnehmen. Noch 1950 fand über ein Viertel der arbeitssuchenden vertriebenen Frauen, die oft allein für ihre Familien sorgen mussten, nur eine Hauswirtschaftsstelle.