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Integration durch Arbeit

Nach der Währungsreform 1948 mussten insbesondere Unternehmen, die ihre Produktion auf den Mangel der ersten Nachkriegsjahre ausgerichtet hatten, aufgeben. Dadurch stiegen vielerorts zunächst die Arbeitslosenzahlen. Langfristig stellte die Währungsreform jedoch die Weichen für die expansive Entwicklung der westdeutschen Wirtschaft und die wirtschaftliche Integration der Neubürger.

Um die hohe Arbeitslosigkeit unter den Vertriebenen wirksam zu bekämpfen und die Belastungen zu verteilen, erfolgten ab 1948 gezielte Umsiedlungen. So nahmen die französisch besetzten Länder, die sich den Neuankömmlingen zuvor verschlossen hatten, nun einen Teil von ihnen auf. Verstärkt setzten auch industriestarke Gemeinden und Kreise auf die gezielte Ansiedlung von Vertriebenen.

Tausende fanden seit Anfang der 1950er Jahre im niedersächsischen Wolfsburg, in der süddeutschen Autoindustrie und an den nordrhein-westfälischen Industriestandorten Arbeit. Jüngere Vertriebene konnten nun oftmals eine Ausbildung absolvieren, in bessere Anstellungen aufsteigen oder den Weg in die Selbständigkeit einschlagen. Auch der nach der Währungsreform einsetzende Bauboom brachte viele männliche Vertriebene in Lohn und Brot. Frauen fanden nun vor allem in der Textil-, Bekleidungs- und Konsumgüterindustrie Arbeit.