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Fallbeispiel Stukenbrock

Die Entwicklung des Lagers in Stukenbrock-Senne in Nordrhein-Westfalen (NRW) steht exemplarisch für viele in Deutschland: Aus dem Lager für russische Kriegsgefangene Stalag 326 wurde von 1945 bis 1948 ein Internierungslager für NS-Führungskräfte und Kriegsverbrecher. Danach richtete das Sozialministerium von NRW auf dem Gebiet ein Flüchtlings- und Auffanglager, das Sozialwerk Stukenbrock, ein. Es bestand von 1948 bis 1970.  

Beim Aufbau der Infrastruktur und der Anstellung des Personals arbeiteten unterschiedliche Wohlfahrtsverbände eng zusammen: Neben dem Evangelischen Hilfswerk Westfalen auch die Caritas, das Deutsche Rote Kreuz, die Arbeiterwohlfahrt und der Westfälische Blindenverein. Auf gut 500.000 Quadratmetern standen hier 140 Baracken und 130 Nissenhütten zumeist unmöbliert zur Verfügung. Um die zunehmende Anzahl von Vertriebenen aufnehmen zu können, entstand nach und nach aus den alten Gebäuden eine Kleinstadt mit Kirche, Schule, Behelfskrankenhaus, Poststelle, einem kleinen Kaufhaus, Frisör, Lesehalle, Badehaus, Schuster und Werkstätten.

Gerd Plückelmann wurde 1950 in Stukenbrock geboren, die Familie lebte bis 1965 dort, der Vater war Mitarbeiter des Sozialwerks. Seine Fotodokumentation gibt einen genauen Einblick in den stetigen Aufstieg vom Lager zur Siedlung.