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Der Bund der Vertriebenen

Als gemeinsame Interessenvertretung entstand der Bund der Vertriebenen (BdV) erst 1957. Er gründete sich als Dachverband von zwanzig Landsmannschaften und den Landesverbänden. Bis 1948 wirkte das alliierte Koalitionsverbot der Gründung eines Gesamtverbandes entgegen. Doch schon früh entstanden lokale Initiativen für Vertriebene, oft unter dem Dach der Kirchen. 

Wie in allen gesellschaftlichen Bereichen der jungen Bundesrepublik so auch in den Organisationen der Vertriebenen gab es Personen, die durch das NS-Regime geprägt oder sogar Teil des Machtapparates gewesen waren und sich nun in den neuen Institutionen betätigten. Vom Nationalsozialismus geprägtes sowie extremistisches Gedankengut, gleich welcher Couleur, fand zu keiner Zeit Eingang in die Verbandspolitik des BdV. Die führenden Vertreter des BdV kamen aus allen demokratischen Parteien. Alle Präsidenten waren Mitglieder des Deutschen Bundestages. 

Mit der Ostpolitik Willy Brandts kam es zu einer tiefgreifenden Entsolidarisierung weiter Teile von Politik und Gesellschaft mit den Anliegen der Vertriebenen. Seit dieser Zeit war das Verhältnis des BdV zum sozial-liberalen Lager gespalten. Teile der politischen "Linken" der Bundesrepublik übernahmen in dieser Phase nahezu ungefiltert die Parolen der DDR-Propaganda gegen den BdV. Erst geraume Zeit nach dem Fall der Mauer begann sich das Verhältnis wieder zu normalisieren. 

Der BdV hat bis heute seine Aufgabe in der fachkundigen Begleitung von Gesetzgebung und Verwaltung auf allen die Vertriebenen, Aussiedler und Spätaussiedler betreffenden Rechtsgebieten. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Pflege und Bewahrung des kulturellen Erbes und die soziale Beratung und Betreuung von Spätaussiedlern und Migranten durch die Landsmannschaften und Landesverbände. Darüber hinaus bildet der BdV mit seinen Mitgliedsverbänden eine wichtige Brücke zu den Nachbarländern.