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Kollektives Erinnern 

Wenige Jahre nach dem Krieg initiierten Vertriebene bzw. ihre Aufnahmegemeinden in der gesamten Bundesrepublik die Aufstellung von Denkmalen und Erinnerungstafeln. 1950 wurde etwa bei Bad Harzburg das "Kreuz des deutschen Ostens" eingeweiht. In den folgenden Jahren wurden vielerorts Heimatstuben eingerichtet. 

Später fiel jedoch die Sehnsucht vieler Vertriebener nach der Heimat unter den Verdacht des Revanchismus. In den 1970er Jahren wurden Gedenksteine, die an den Heimatverlust erinnerten, oftmals beschädigt, zerstört oder nicht mehr von der öffentlichen Hand gepflegt. Zugleich entstanden aber auch die ersten Ostdeutschen Landesmuseen. 

Allmählich setzte und setzt sich die Erkenntnis durch, dass die Erinnerung an das Schicksal der Vertriebenen eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist. Seit den 1980er Jahren befassten sich viele Ausstellungen mit der Geschichte und Kultur der Vertriebenen. Romane, Spielfilme und Dokumentationen erreichten ein wachsendes Publikum. Seit 2000 engagiert sich die Stiftung "Zentrum gegen Vertreibungen" des BdV nicht nur für ein institutionalisiertes Gedenken an die Flucht und Vertreibung von Deutschen. Mit der Verleihung des Franz-Werfel-Menschenrechtspreises wendet es sich vielmehr explizit gegen jegliche Vertreibungen. Durch die Arbeit der Stiftung "Zentrum gegen Vertreibungen" gibt es heute die Bundesstiftung "Flucht, Vertreibung, Versöhnung". Sie hat die Aufgabe, die Erinnerung an die Geschichte der europäischen Vertreibungen, aber insbesondere die der Flucht und Vertreibung von Deutschen im Geiste der Versöhnung dauerhaft wach zu halten.