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Privates Erinnern

Selten erzählten Vertriebene ihren Angehörigen oder gar Nachbarn und Bekannten von ihren Erlebnissen und den Schwierigkeiten, die den Neubeginn begleiteten. Spät erst notierten und publizierten sie ihre Erinnerungen. Spät erst begann sich die Allgemeinheit dafür zu interessieren.

Schon früh beschrieben dagegen Schriftsteller und Filmemacher die Erfahrungen von Flucht und Vertreibung sowie die Ablehnung, die den Neuankömmlingen entgegenschlug. Lange Zeit fanden sie jedoch nur wenig Resonanz. In den 1970er Jahren setzte sich die erste Nachkriegsgeneration nur zögernd mit den Traumatisierungen der Eltern auseinander. Es überwog nicht selten die Kritik an ihnen. Erst allmählich begannen Kinder und Enkel der Vertriebenen, die noch immer anhaltenden Auswirkungen auf das Leben der Familienmitglieder zu erkennen und zu beschreiben.

In den letzten Jahrzehnten haben viele Vertriebene ihre alte Heimat besucht und Kontakte zu den Menschen geknüpft, die heute dort leben. Daraus sind zahlreiche Patenschaften mit Städten in Ostmittel-, Ost- und Südosteuropa entstanden. Aussöhnungsinitiativen haben das Verständnis von Mensch zu Mensch wachsen lassen. Die Pflege von Bau- und Kulturdenkmalen und die Einrichtung von Jugendbegegnungsstätten gehen vielfach auf Initiativen Vertriebener zurück. Ihr Engagement hat sie zu Brückenbauern zu den ostmitteleuropäischen Nachbarn gemacht.